Psychohistorie
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Psychohistorie

Was wir tun

Über Psychohistorie

Die Gesellschaft für Psychohistorie und Politische Psychologie definiert Psychohistorie folgendermaßen: Sie widmet sich der Untersuchung unbewusster Wurzeln und Hintergründe von geschichtlichen Entwicklungen, gesellschaftlichen Institutionen, kulturellen Normen und politischen Entscheidungen. Psychohistorie enthält in sich die Auseinandersetzung um anthropologische Konstanten und geschichtliche wie zeitgenössische Existenz, also den historischen Wandel der Menschheit(en).

 

Sie überschneidet sich unter anderem mit der traditionellen Volkskunde ebenso wie mit der historischen Anthropologie, der prä- und perinatalen Psychologie, der späteren Alltagsgeschichte, der Geschichte der Mentalitäten, der französischen Annales-Schule, der angewandten Psychoanalyse und der Ethnopsychoanalyse.

 

Im Vergleich zu anderen Richtungen, die ebenfalls einen psychoanalytischen Blickwinkel auf Geschichte, Kultur und Politik richten, ist die Psychohistorie in höherem Maße darauf ausgerichtet, die Fassade von rationaler Zweckmäßigkeit in Frage zu stellen, die das geschichtliche Handeln, politische Ziele oder wirtschaftliche Interessen dem oberflächlichen Betrachter meist darbieten.

 

 

Kindheitsgeschichte

 

Aus dem durch Freud möglich gewordenen Verständnis des durchschlagenden Einflusses der Kindheitsschicksale auf die – oft sehr irrationalen – Verhaltensweisen und Einstellungen im Erwachsenenalter, auch auf gesellschaftlicher Ebene, ergibt sich so ein Forschungsschwerpunkt zur Kindheitsgeschichte bis hin zu Erfahrungen vor und während der Geburt, bei dem die vielfältigen Auswirkungen der historischen Evolution der Kindererziehung auf die politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Entwicklungen deutlich werden. Einen Anstoß gebenden Erklärungsversuch stellt dabei die psychogene Geschichtstheorie von Lloyd deMause dar.

 

 

Politische Psychologie

 

Neben dem Schwerpunkt Kindheitsgeschichte befasst sich die Psychohistorie zu einem wesentlichen Teil mit politischer Psychologie, wie zum Beispiel ein Blick auf die Inhaltsverzeichnisse der „Jahrbücher für Psychohistorische Forschung“ beim Mattes Verlag Heidelberg zeigt. Die Gruppenfantasieanalyse ist ein bedeutender Teilaspekt der Psychohistorie. Hier werden die Motivationen von großen Gruppen untersucht, die ähnlich wie Individuen durch Emotionen und Fantasien angetrieben werden.

 

Unsere Bemühungen zielen darauf, neue Chancen des tiefenpsychologisch reflektierenden Mitwirkens an der gesellschaftlichen Meinungs- und Willensbildung zu eröffnen – in der Hoffnung, der mächtigen Sogwirkung von Feindbildern, Zerstörung und Gewalt vorzubeugen, den Werten der Solidarität und Kooperation mehr Geltung zu verschaffen und damit unseren Fähigkeiten, kreative Lösungen für unsere Probleme und Konflikte zu finden, zur Entfaltung zu verhelfen.

 

Wenn Sie sich dadurch angesprochen fühlen und bei uns mitwirken wollen, freuen wir uns. Schauen Sie sich auch den Rest der Website an, und nehmen Sie teil an der Erschließung dieses neuen Wissensgebiets, wo noch vieles offen ist