Deutsche Gesellschaft für Psychohistorische Forschung

Trauma, Angst und Feindbilder aus psychohistorischer Sicht

16. Jahrestagung, 31.5. - 2.6.2002 in Berlin

Trauma, Angst und Feindbilder – das Thema der Tagung entstand nicht in akademischer Reflektion – obwohl es diese voraussetzt – sondern als Reaktion auf die Ereignisse des 11. Septembers 2001 in den USA. Das neutrale, in seiner Pluralität unbestimmte Wort „Ereignisse“, das sich in der öffentlichen Diskussion durchgesetzt hat, zeigt unsere mentale Hilflosigkeit.

Die traumatische Qualität der New Yorker Ereignisse manifestiert sich in der zunehmenden Militarisierung der Weltpolitik. Die Angst vor weiteren Terrorschlägen äußert sich in „Präventivschlägen“ in Afghanistan, die wiederum zur Traumatisierung unzähliger Menschen führen, deren angestammte Wohnorte in der Schusslinie der globalen Auseinandersetzungen liegen. Hier wie im Nahen Osten droht das religiös legitimierte Bewältigungsmuster der aggressiven Selbstopferung neue Gewalt heraufzube-schwören.

Feindbilder drohen, sich gegenseitig aufzuschaukeln.

Woher kommen sie und (wie) können sie abgebaut werden?

Auf der Tagung werden PsychohistorikerInnen, Psychoanalytiker, Kulturwissenschaftler und Pädagog-Innen Wechselwirkungen von zwischenmenschlichen Nah- und Fernbeziehungen untersuchen, lang- und kürzerfristige Entwicklungen dieser Beziehungen aufzeigen und Ansätze der gezielten Förderung von Konfliktkompetenz beschreiben. Ein (selbstreflexiver) Fokus wird bei der Aufarbeitung von Traumata der deutschen NS-Zeit liegen.

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Programm: Freitag, 31. Mai 2002

16.00 Eröffnung

16.10 Ludwig Janus

Psychohistorische Überlegungen zum 11. September in New York

17.00 André Karger

Trauma und Globalisierung - Zur Aktualität der Diskussion um kulturelle Traumata

17.50 Pause

18.00 Gordana Jovanovic

Trauma im gesellschaftlichen Umbruch

18.50 Bernd Nielsen

Die Weitergabe von Schmerz als psychohistorisches Grundkonzept.
Überlegungen zum 11. September und zu einer Therapie der Beziehungen zwischen den Nationen.

19.45 Abendessen

20.45 Workshop mit Fe Reichelt

Tanztherapeutische Exkursion zu psychohistorischen Themen

Programm: Samstag, 1. Juni 2002

9.00 Florian Galler

Träume werden wahr - Die Reaktion auf den 11. September auf dem Hinter-grund der amerikanischen Präsidentschaftswahlen

9.50 Heinrich Reiss

Frühling für Hitler - Beobachtungen zwischen Feuilleton und Feldforschung aus elf Wochen im Frühjahr 2001

10.40 Pause

11.00 Heinz D. Kittsteiner

Die Angst in der Geschichte und die Re-Personalisierung des Feindes

11.50 Bernhard Wegener

Thema: Angst als Kennzeichen menschlicher Existenz - Das Beispiel der Aufklärung

13.00 Mittagspause

15.00 Uwe Langendorf

"Die Krypta des Schreckens" - Psychische Folgen ethnischer Vertreibung am Beispiel der deutschen "Heimatvertriebenen" in der zweiten Generation

15.50 Iris Wachsmuth

Familiendynamische Folgen aus der NS-Zeit - Tradierungen von Verdrängtem, Ängsten und Feindbildern

16.40 Pause

17.00 Isabella Herskovics

Psychodrama und Playback in der Auseinandersetzung mit der eigenen Herkunftsgeschichte von Menschen mit jüdischer und nationalsozialistischer Herkunft

17.50 Psychohistorische Forschung - wie und wozu?

          Diskussion mit Referenten und Publikum


Programm: Sonntag, 2. Juni 2002

9.00 Oskar Sahlberg

Bewusste und unbewusste Faszination des Märtyrertodes

9.50 Winfried Kurth

Psychohistorie und Bindungstheorie

10.40 Pause

11.00 Uta Ottmüller

Die psychohistorische Entwicklung von Konfliktkompetenz

11.50 Petra Haumersen und Helmolt Rademacher

Rumänien zwischen Europa und dem Orient. Die Bearbeitung interethnischer Spannungen durch konstruktive Konfliktbearbeitung

12.40 Abschlussdiskussion

14.00 Ende der Tagung

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Abstracts zu den einzelnen Vorträgen

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Verzeichnis der Referentinnen und Referenten

Galler, Florian, Zürich, Volkswirtschafter, Dipl. Handelslehrer

Haumersen, Petra, Dipl.-Pol., Berlin, Mediator, Lehrtrainerin und Handbuchautorin in konstruktiver Konfliktbearbeitung

Rademacher, Helmolt, Dipl.-Päd., Frankfurt/Main, Mediator, Lehrtrainer und Handbuchautor in konstruktiver Konfliktbearbeitung

Herskovics, Isabella, Dr., Berlin, Journalistin, Psychodrama- und Playback-Leiterin

Janus, Ludwig, Dr., Heidelberg, Vorsitzender der deutschen Gesellschaft für Psychohistorische Forschung, Psychoanalytischer Psychotherapeut

Jovanovic, Gordana, Prof. Dr., Belgrad, Psychologin

Karger, André, Düsseldorf, Arzt und Psychotherapeut

Kittsteiner, Heinz D., Prof. Dr., Berlin, Historiker an der Europa-Universität Viadrina in Franfurt/Oder

Kurth, Winfried, Prof. Dr., Cottbus, Mathematiker, Psychohistoriker und Informatiker

Langendorf, Uwe, Dr. med., Berlin, Psychoanalytiker, Neurologe und Psychiater

Ottmüller, Uta, Dr., Berlin, Historikerin und Soziologin

Reichelt, Fe, Berlin, Tanzlehrtherapeutin, Choreographin und Tänzerin

Reiss, Heinrich, Schwabach, Lehrer, Psychohistoriker

Sahlberg, Oskar N., Dr., Berlin, Psychotherapeut

Wachsmuth, Iris, Dipl.-Soz., Berlin, Soziologin

Wegener, Bernhard, Dr. Dr. Dr., Berlin, Psychologe, Historiker und Theologe


Literatur

Zur Einführung

Lloyd DeMause (2000) Was ist Psychohistorie? Psychosozial, Gießen.

Senghaas Dieter (1997) Frieden machen, Suhrkamp.

Steinweg Reiner und Wellmann Christian (1990) Die vergessene Dimension internationaler Konflikte, Subjektivität, Frankfurt / Main.

Vogt Wolfgang R. (1997) Gewalt und Konfliktbearbeitung. Befunde - Konzepte - Handeln, Baden-Baden.

Zeitschriften

Mentalities / Mentalitiés. Outrigger Publishers. P.O. Box 1198, Hamilton, New Zealand.

Tapestry - The Journal of Historical Motivation in the Social Fabric Center for Psychohistorical Studies, Manchester Center, Vermont, 05255-0329, USA.

The Journal of Psychohistory. 140 Riverside Drive, Suite 6417, New York, N.Y. 10024, USA.


Hinweise

Tagungsgsort

Lernhaus Pohlstraße Pohlstraße 60/62, Hofeingang,
10785 Berlin (nähe U-Bahn Kurfürstenstr.) Auszug aus Stadtplan

Wissenschaftliche Leitung und Organisation

Dr. Uta Ottmüller, c/o Lernhaus Pohlstraße, Pohlstraße 60/62, 10785 Berlin
Tel.: 030 3410553, Fax: 030 3410553, e-mail: Uta.Ottmueller@web.de

Information zur Tagung

A. & J. Bischoff, Friedhofweg 8, 69118 Heidelberg
Tel.: 06221 892729 Mo. - Fr. zwischen 8.00 und 9.00 Uhr
Fax: 06221 892730, E-mail: <info@psychohistorie.de>


Teilnehmergebühren

Tagungskosten EUR 50,--
Mitglieder und Frühbucher (bis 15.4.2002) EUR 40,--
Ermäßigt (Studenten, Erwerbslose, Rentner) EUR 25,--

Anmeldung

Durch Überweisung der Tagungsgebühr bis spätestens 12.5.2002 auf das Konto "Deutsche Psychohistorische Gesellschaft" - Sparkasse Heidelberg, Konto Nr. 42 52 578, BLZ 672 500 20, Kennwort: Tagung Berlin. Bankgebühren bei Überweisung aus dem Ausland EUR 15,--. Spätere Anmeldungen bitte als formlose Nachricht an Uta Ottmüller (Adresse siehe oben), und Bezahlung an der Tageskasse.

Zimmervermittlung

Villa Amadeus (ca. 5 Minuten entfernt) Zimmer ab 58,-- Euro / Nacht, Tel.: 030 238870, Fax: 030 23088799 oder www.villa-amadeus.de. Weitere Zimmer über die Touristeninformation Tel.: 01805 522770 oder Fax: 01805 522775

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Letzte Änderung am: 5. Mai 2002 von A.Bischoff