GESELLSCHAFT FÜR PSYCHOHISTORIE UND POLITISCHE PSYCHOLOGIE (GPPP)

29. Jahrestagung

 

Die emotionale Dimension der Aufklärung -
Verantwortung für unsere Gefühle

 

17. - 19. April 2015 in Heidelberg



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Die emotionale Dimension der Aufklärung - Verantwortung für unsere Gefühle


Der geschichtliche Prozess besteht in einer fortwährenden Entwicklung und Transformation  der gesellschaftlichen Strukturen und der psychologischen Mentalitäten.  Jeder wird in seinem Leben durch die Entwicklung in seiner Zeit geprägt und ist gleichzeitig Mitgestalter dieses Geschehens. Jacob Burckhardt hat in diesem Sinne gesagt: "Wir möchten gern die Welle kennen lernen, auf der wir treiben, doch wir sind die Welle selbst." Der große Wendepunkt in der neueren Mentalitätsgeschichte und Gesellschaftsgeschichte ist die Aufklärung mit der Befreiung des Denkens aus projektiven Trancen und Strukturen. Dieser Mentalitätswandel hat die erstaunlichen Veränderungen und Fortschritte auf allen gesellschaftlichen Ebenen in den letzten 200 Jahren ermöglicht, indem er die kognitiven Potenziale  des Einzelnen für die Gesellschaft freisetzte.

Diese Entwicklung war auch ein Beginn der Reflexion unserer Gefühle, wie sie sich beginnend in der Literatur des 18. und 19. Jahrhunderts und in den Tiefenpsychologien des 20. Jahrhunderts vollzog. Trotzdem konnten immer noch kollektiv-projektive  Gefühlsstrukturen das gesellschaftliche Geschehen gestaltend mitbestimmen, wie dies etwa in den Kriegsinszenierungen  des 20. Jahrhunderts  und den kollektiven Ideologien zum Ausdruck kam und kommt. Ein Grund hierfür ist, dass die frühen vorsprachlichen Erlebensschichten weitgehend im Stammhirn auf einer senso-motorisch-imaginativen Ebene gespeichert und deshalb zutiefst unbewusst sind. Darum konnten und können sie  so elementar projektiv ausgelebt werden. Hier ist in den letzten Jahren durch die Entwicklung der Säuglingsforschung und der Pränatalen Psychologie ein Wandel eingetreten, sodass auch diese frühen Ebenen der Reflexion  zugänglich werden können. Daraus ergibt sich die neue Möglichkeit,  auch diese frühesten vorsprachlichen Gefühle auf der persönlichen Ebene zu erfassen, zu reflektieren und auch wirklich zu verantworten. Das würde auch den Umgang mit Gefühlen auf der kollektiven Ebene grundlegend verändern, wie dies auch jetzt schon in der Durchsetzung  demokratischer Strukturen und  in dem Ersatz der Kriegsinszenierungen durch Verhandlungen zunehmend  geschieht.

Die Reflexion und Verantwortung der Gefühle erscheint als ein so weitreichender Schritt in der Mentalitätsentwicklung, dass man auch von einer emotionalen Dimension der Aufklärung sprechen könnte. Auf der Tagung soll diese Perspektive auf verschiedenen Ebenen erkundet und erläutert werden. Sie versteht sich auch als eine Fortsetzung der Grundlinie der Psychohistorie: einer Reflexion der Wirkungsweisen  der  Emotionalität im psychohistorischen Prozess – und speziell auch der vorjährigen Tagung von der Heidelberger AG Psychohistorie zur „Psychologie der Mentalitätsentwicklung – vom archaischen zum modernen Bewusstsein“ (LIT, Münster).

 

 

Programm: 17. April 2015

16.00 Eröffnung der Tagung

16.15 Ludwig Janus

Begrüßung
Die  emotionale Dimension der Aufklärung – Verantwortung für unsere Gefühle

17.00 Tilmann Moser

Biographische Anmerkungen zum Tagungsthema

18.00 Pause

18.30 Ofra Lubetzky

Creators and creativity: The influence of trauma in early childhood on the artist´s work (Rilke, Dali, Kahlo)

19.30 Pause

19.45 Abendessen und Geselliges Beisammensein




Programm: Samstag, 18. April 2015

09.00 Eröffnung

9.15 Klaus Evertz 

Authentizität der Gefühle im künstlerischen Schaffen

10.15  Horia Crisan

Die intrauterine Beziehungsmatrix: Das indische Paradigma unbewusster Organisationsschemata gesellschaftlicher Strukturen

11.15 Pause

11.45 Harald Strohm

Widerspiegelung der Kleinkindgefühle in der Rigveda

12.45 Mittagspause


14.00  Antonia Stulz-Koller

Wenn Frau Räsong in den Teich gefallen ist - Verantwortung übernehmen für die Gefühlswelt - Erfahrungen aus der Kinderpsychotherapie

15.00 Marita Klippel-Heidekrüger

Charakteristik der Gefühle in der Regressionspsychotherapie

16.00 Pause

16.30 Wolfram Schüffel


Psychosomatische Medizin und Phänomenologie

17.30 Bernhard Wegener

Emotionen in der Philosophie - Versuche eines Kompromisses mit dem Körper

18.30 Pause

18.45  Mitgliederversammlung

20.00 Abendessen und Geselliges Beisammensein




Programm: Sonntag, 19. April 2015

09.00 Winfried Kurth

Dynamik der öffentlichen Gefühle

10.00 Juhani Ihanus

Besonderheiten der Emotionalität in Russland

11.00 Pause

11.30 Peter Petschauer

Amerika - damals und heute. Alleinwerden in einer komplexen Gesellschaft

12.30 Manfred Kalin

Wie verarbeitet ein künstlerisches Gemüt die Problematik seiner Zeit


13.30  Abschlussdiskussion

14.00  Ende der Tagung


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Verzeichnis der Referentinnen und Referenten

Horia Crisan, Dr. med.
, Eduard-Mange-Weg 37, 79713 Bad Säckingen
horia.crisan@t-online.de

Klaus Evertz, Neusserstraße 569/ Hinterhaus, 50737 Köln
klausevertz@t-online.de

Juhani Ihanus, Prof. Dr. phil., PO Box 53, FI-00014, University of Helsinki, Finland
juhani.ihanus@helsinki.fi

Ludwig Janus, Dr. med., Jahnstraße 46, 69221 Dossenheim
janus.ludwig@gmail.com

Manfred Kalin, Dipl.-Päd., Petersgasse 20, 36037 Fulda
manfred.kalin@gmx.de

Marita Klippel-Heidekrüger
, Dipl.-Päd., Lauterstraße 12, 12159 Berlin
klippelheidekrueger@hotmail.com

Winfried Kurth, Prof. Dr. rer. nat., Herzberger Landstraße 85, 37085 Göttingen
wk@informatik.uni-goettingen.de

Ofra Lubetzky, Dr. phil., PO  Box 599, 4610502 Herzlyia, Israel
lubetzky@netvision.net.il

Tilmann Moser, Dr. phil., Aumattenweg 3, 79117 Freiburg
tilmann.moser@gmx.de

Peter Petschauer Prof. Dr. phil, 143 East Glendale Dr. Boone, NC 28607, USA.
petschauerpw@appstate.edu

Wolfram Schüffel, Prof. Dr. med., Philipps-Universität Marburg, Kaffweg 17a, 35039 Marburg
wolfram@schueffel.de

Harald Strohm, Dr. phil., Bürstergasse 3, 68131 Lindau
mail@harald-strohm.de

Antonia Stulz-Koller, Dr. med., Edisonstraße 24, CH-8050 Zürich
antonia.stulz@hin.ch

Bernhard Wegener, Dr. Dr., Zweibrückerstraße 92, 13583 Berlin
bernhard.wegener@freenet.de

Exposés und Kurzbiografien zur 29. Jahrestagung

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Hinweise

Wissenschaftliche Leitung

Die Heidelberger Arbeitsgruppe für Psychohistorie:
Dr. med. Ludwig Janus und Götz Egloff

Tagungsgsort

Hotel Schwarzer Adler, Kleingemünderstraße 6,
69118 Heidelberg-Ziegelhausen
Telefon: 06221 7354564     neue Ruf-Nr.:  06221 7353510
E-Mail: info@hotel-schwarzeradler.de
http://www.adler-heidelberg.de

Information und Organisation zur Tagung

Dr. Axel Bischoff, Friedhofweg 8, 69118 Heidelberg
Tel.: 06221 892729  -  Mo. - Fr. zwischen 8.00 und 9.00 Uhr
Fax: 06221 892730  - E-Mail: <info@psychohistorie.de>

Teilnehmergebühren

bis 30.03.2015 Tageskasse
Tagungsgebühr EUR 90,-- EUR 100,--
Mitglieder EUR 80,-- EUR   90,--
Ermäßigt (mit Nachweis) EUR 30,-- EUR  40,--

Anmeldung

Durch Überweisung der Tagungsgebühr bis spätestens 30.03.2015 auf das Konto »Deutsche Gesellschaft für Psychohistorische Forschung« –
Sparkasse Heidelberg, IBAN: DE22 6725 0020 0004 2525 78, BIC:SOLADES1HDB Kennwort: Psychohistorientagung 2015

Spätere Anmeldungen bitte als formlose Nachricht per E-Mail an Dr. Axel Bischoff (Adresse siehe oben) und Bezahlung an der Tageskasse.

Zertifizierung für Psychotherapeuten und Ärzte

Fortbildungspunkte wurden bei der Ärztekammer Baden-Württemberg beantragt.

Zimmervermittlung

Heidelberger Kongress und Tourismus GmbH
Ziegelhäuser Landstraße 3
69120 Heidelberg
Telefon 06221 14220
http://www.heidelberg-marketing.de

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Letzte Änderung am: 10. März 2015 von A.Bischoff